Ein Lottogewinn stellt im deutschen Steuerrecht eine Ausnahme dar. Er fällt unter keine der in § 2 Abs. 3 EStG genannten Einkunftsarten.

Für den glücklichen Lottospieler bedeutet dies: Lottogewinne sind in Deutschland steuerfrei! Dabei ist es egal ob man 100 Euro oder 10 Millionen Euro gewinnt.

Ein frisch gebackener Lottomillionär darf die gesamte Gewinnsumme behalten, ohne Abzüge vom Finanzamt fürchten zu müssen. Dies gilt zumindest solange der Gewinn keine Zinsen abwirft.

Wenn das Geld für einen arbeitet

Im Idealfall soll sich ein Großgewinn im Lotto durch Zinserträge noch weiter vermehren. Diese sogenannten Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer.

Die Kapitalgewinne werden, oberhalb eines Freibetrags von 801 Euro, mit aktuell 26,375% (ggf. + Kirchensteuer) versteuert.

Legt man beispielsweise 1 Millionen Euro mit einer Verzinsung von 3% p.a. an, belaufen sich die Zinserträge auf 30.000 Euro im Jahr. Nach Steuern bleiben einem hiervon rund 22.000 Euro netto auf dem Konto erhalten.

Sozialleistungen können gekürzt werden

Bezieht ein Lottogewinner Sozialleistungen (ALG II bzw. „Hartz 4“) muss der Lottogewinn bei der Agentur für Arbeit als einmalige Einnahme angezeigt werden. Die Zahlungen der Agentur für Arbeit können daraufhin je nach Gewinnhöhe gekürzt oder komplett gestrichen werden.

Steuerfalle: Vorsicht bei Tippgemeinschaften

Zusammen spielen und gewinnen - ein Traum vieler Lottospieler in Tippgemeinschaften. Im Falle eines größeren Gewinns muss jedoch nachgewiesen werden, dass es sich um eine echte Tippgemeinschaft handelt.

Bei fehlendem Nachweis kann das Finanzamt eine Schenkung vermuten und es wird die Schenkungssteuer fällig. Ein kurzer unterschriebener Vertrag unter den Tippgemeinschaft-Teilnehmern genügt in der Regel als Nachweis.